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Kultur vor Ort - 08. 12. 2014

Wiesbadener Night of Music bietet ein starkes Crossover-Programm

Von Peter Müller

WIESBADEN - Conférencier Lothar Pohl kam schon in der ersten Ansage nicht mehr um die kühne Vokabel „Tradition“ herum. Und Staatssekretär Ingmar Jung ließ zuvorderst mal lobende Grüße vom Ministerpräsidenten ausrichten, um gleich auch noch einen Abend zu orakeln, der „nur toll werden kann.“ Bei der gerade mal dritten „Wiesbadener Night of Music“ schwebt bereits zur Begrüßung das Etikett „Kult-Event“ durch den restlos ausverkauften Thiersch-Saal – am Ende sind alle mit den Beatles und „All you need is Love“ auf einer Begeisterungs-Welle.
Natürlich verbietet sich der Vergleich zum Crossover-Kreuzfahrt-Riesen „Night of The Proms“, der nach erfolgreicher Amerika-Eroberung vor kurzem noch mit Weltstars wie Zucchero und Katie Melua in der Festhalle angelegt hatte. Aber die Proms und ihr „Pop trifft Klassik“-Mantra waren so etwas wie eine Blaupause für die „Palast Promotion“-Macher um Michael Stein & Lothar Pohl, die anno 2012 das Experiment wagten, auch in der beschaulichen Kurstadt Ravel und die Rolling Stones auf eine Bühne zu bringen. Wohlgemerkt: Mit lokalen Rock-, Pop- oder Musicalgrößen und einem geschätzt 75-köpfigen Amateur-Orchester samt Hobby-Chor, in dem auch noch notorischer Männermangel herrscht.

Anlaufschwierigkeiten

Es ist fast schon symbolisch, wenn die dritte Night of Music mit Ravels „Bolero“-Steigerungslauf eröffnet – ein starkes Stück klassische Weltmusik, das der Kleinen Trommel ihren wohl bedeutendsten Auftritt in der Orchesterliteratur beschert hat.

„Maestro“ Frank Segner und sein großartiges Ensemble des Wiesbadener Orchestervereins demonstrieren hier schon mal – und noch mehr bei den „Symphonc Dances“ aus Bernsteins „West Side Story“ – eindrucksvoll, was mit Leidenschaft und Engagement auch für Nicht-Profis möglich ist.
Die Pop-Abteilung der Crossover-Fete für die große Musik-Familie hat dann Anlaufschwierigkeiten: Nach Michael Steins „Sgt. Peppers lonely Hearts Club Band“ kämpft Uwe Friedrich („With a little help from my Friends“) trotz „Cocker-Schrei“ mit zu wenig Mikro – ähnlich wie Haudegen Porky Kronier, der im „Honky tonk Woman“-Duett mit Mediah „Mickey“ Rustempasic akustisch fast verloren geht.
„Santa Claus“ bietet das putzigste Bild des Abends: Da steht nämlich „Mallet“-Urgestein Jürgen Rehberg mit Rockerkluft und mächtig tätowierten Oberarmen neben Dunja Koppenhöfer und einer „nikolausig“ bemützten Mickey Rustempasic, um den Weihnachtsmann in die Stadt zu holen.
Überhaupt ist die zweite Hälfte des Dreistunden-Programms, um mit Herrn Jung zu sprechen, die eindeutig tollere: West Side Storys „Maria“ mit dem bärig-bärtigen Tenor Marcel Kucera, Supertramps „Logical Song“ (klasse: das Duo Stein/Koppenhöfer) oder „Tiger“ Uwe Friedrich mit Tom Jones‘ „Sex Bomb“ – die „Pop trifft Klassik“-Fete groovt sich bis zum fröhlichen Chor-Finale mit den Pilzköpfen bestens ein. Ist ja auch schon (fast) Tradition.

 
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Kultur vor Ort - 23. 12. 2013

Eine Bühne für alle Geschmäcker

Von Peter Müller

NIGHT OF MUSIC Begeisterung im Kurhaus über das Dreieinhalbstunden-Programm „Pop meets Klassik“
WIESBADEN - Am Ende, und das ist in der längsten Nacht des Jahres dann doch schon kurz vor der Geisterstunde, gibt es im ausverkauften Kurhaus Applaus im Stehen und Bravo-Rufe. Auf der proppenvollen Bühne des Thiersch-Saals haben sich noch einmal alle der rund 100 Hauptdarsteller aus acht Nationen versammelt und unter putzige Santa-Claus-Zipfelmützen gezwängt, um mit John Lennons „Happy X-Mas“ das selige Finale eines prall gefüllten Dreieinhalbstunden-Programms zu feiern.

Kurstädtische Variante

Die „Wiesbadener Night of Music“, so etwas wie die heimelig kurstädtische Variante des (noch) berühmteren Crossover-Dampfers „Night of the Proms“, hat auch bei ihrer zweiten Auflage für kollektive Begeisterung gesorgt. Verdi und James Bond, Gershwin („Ein Amerikaner in Paris“) und Metallica („Nothing Else Matters“), Deep Purple („Smoke on the Water“), die unvermeidlichen Beatles (u.a. „Hey Jude“) und Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“ – das scheint doch zusammen zu gehen, irgendwie.
Was von den „Palast Promotion“-Köpfen Michael Stein/Lothar Pohl im vergangenen Jahr noch als Experiment mit ungewissem Ausgang ausgeheckt worden war, ist also auf bestem Weg, sich als fröhliches Vorweihnachts-Event zu etablieren. Der Termin für 2014 ist jedenfalls fest gebucht. Zugegeben: Das Konzept „Pop meets Klassik“ ist alles andere als neu, und die Idee, das geschätzt 75-köpfige Amateur-Ensemble des Orchestervereins mit lokalen Rock-, Pop- und Musicalgrößen ...

in den Ring zu schicken, immer noch ein gehöriger Aufreger, der zuweilen auch stimmliche Grenzen aufdeckt. Aber, Arrangeur Tomas Filipczak, Orchester-Chef Frank Segner mitsamt seinen großartigen Hobby-Musikern und der Niedernhausener Gospifo Chor haben seit Januar fleißig enthusiastisch daran geackert, gemeinsam mit den Jennifer Brauns (klasse: Bette Midlers „The Rose“), Porky Kroniers (u.a. Sinatras „My Way“), Werner Müllers („Nights in White Satin“) oder Michael Steins (u.a. „Fool on the Hill“) etwas auf die Bühne zu stellen, das nicht weniger als diverse Generationen, unterschiedlichste Geschmäcker und vermeintlich gegensätzliche Musikwelten unter einen Hut bringt.

Bunter Familienabend

Das Ergebnis: ein schön bunter Familienabend, der selbst Lothar Pohls nächsten Ausflug in das musikalische Minenfeld Oper verträgt. Naja, halbwegs. „Va Pensiero“, der Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“, im Duett mit dem bärig starken Tenor Marcel Kucera: Vielleicht sollte sich der Crackers-Frontmann derlei Einlagen doch lieber verkneifen.
Aber einem Urgestein wie Pohl, der als launiger Conferencier durch das klug gewählte, dramaturgisch eher diskutabel gebaute Programm moderiert, kann man natürlich nichts wirklich übelnehmen, nicht an diesem Abend. Der vielleicht rührendste Moment der Music-Night: Der Auftritt der gerade 18-jährigen Mira Seyfettinoglu mit ihrer eigenen Songperle „Road Story“. Bleibt nur zu konstatieren: auf ein Neues in 2014, und dann womöglich ja „alle Jahre wieder“.

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Vorverkauf für Wiesbadener „Night of Music“ hat begonnen

02. 08. 2013 - WIESBADEN
Von Patrick Körber

Im vergangenen Jahr war es noch ein Experiment, Ausgang ungewiss. Weil aber die „Night of Music“ aus Sicht des Veranstalters Michael Stein von Palast Promotion in der Erstauflage ein voller Erfolg war, wird es in diesem Jahr die Fortsetzung geben. Der Vorverkauf unter dem Motto „Pop meets Klassik“ hat begonnen. Und weitgehend stehen die Künstler fest, die am Freitag, 20. Dezember, im Kurhaus auftreten werden. Für die klassische Musik steht wie im Vorjahr der Wiesbadener Orchesterverein unter der Leitung von Frank Segner. 60 bis 70 Musiker sei das Orchester stark, berichtet Michael Stein. Als Solisten sind bei der Nacht der Musik mit dabei: Lothar Pohl (Crackers), Michael Stein (Sinfonie), Porky Kronier (Nize Boyz), Werner Müller, Mickey Rustempasic, Jennifer Braun und das 17-jährige Nachwuchstalent Mira Seyfettinoglu – eine Singer-Songwriterin aus Wiesbaden. Dazu treten der Chor der Leibnizschule sowie der Niedernhausener Chor „Gospifo“ auf. Ebenfalls mit dabei sind Uwe Friederich (Funky Vibes) und Chris (Chris & Taylor). Für das instrumentell Rockige sind als Band die Musiker Simon Nicholls, Rainer Rumpel, Jürgen Rehberg und Stefan Kassner engagiert. Den ersten (gelungenen) Versuch bezeichnet Palast Promotion-Chef Michael Stein als „Wagnis“. Es sei aber gelungen, die Idee von „Night of the Proms“ auf Wiesbaden zu übertragen „und das Potenzial aus Wiesbaden herauszuschöpfen“. „Wir haben tolle Musiker hier“, meint Stein. Das Programm will Stein noch nicht verraten, es würden Musiktitel von den Beatles bis Metallica als klassische Musik arrangiert, aber auch E-Gitarren kommen zum Einsatz. Die Zuschauer (1100 passen ins Kurhaus) erwartet ein dreistündiges Programm, bei dem klassische Musik zu Rock und Pop findet. Mindestens zehn Proben seien nötig, damit das Orchester mit der Rockband und den Solisten harmoniert, berichtet Stein. Als Neuerung will er auch noch einen Opernsänger engagieren.

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